Motorradweihnachtsmarkt Neumünster
Bericht vom 14.12.2008 von Bine
 

Zum 2. Mal wollte nun der BU-Stammtisch Plöner See auf der Motorradmesse in Neumünster die Biker Union e.V. mit einem Infostand präsentieren. Und wieder begannen die Vorbereitungen dazu mit Unsicherheit und einem leichten Blackout im Schädel. „Wie viel Flyer hatte ich letztes Jahr noch drucken lassen?“, ich überlegte krampfhaft, es fiel mir aber nicht mehr ein. Zum Glück bewahrt man sich ja die alten BU-aktiv auf und so konnte ich in aller Ruhe in der Ausgabe 1/2008 in unserem Bericht der Messe von 2007 nachlesen, wie viel denn nun wirklich über den Tresen geschoben wurden. Dann machte ich mich auf den Weg zu Staples, ahnte jedoch nicht, dass ausgerechnet heute der interne Copyshop personell unterbesetzt war....

Ich überreichte der Angestellten stolz meinen USB-Stick mit den gespeicherten Dateien, gab meine Bestellung an Flyern und Plakaten unterschiedlichster Größe auf und legte damit dann das Geschäft am Counter für mindestens eine halbe Stunde lahm. Für die, die nach mir kamen und warteten, muss es sich wie eine Stunde angefühlt haben. Die bohrende Blicke waren jedenfalls deutlich im Nacken zu spüren, und ich entschloss mich, die mir einzeln über die Theke gereichten fertig gedruckten Plakate schnellstens zusammen zu rollen und vorsichtig in den Tiefen meines Citybags verschwinden zu lassen. Erste leise Dialoge wurden hinter mir laut und ich hörte Satzbrocken wie „...Plakate für so´ne Schei...-Demo“ oder „...irgendwelche Motorradfahrer...“ und ähnliches. Nach 10 Minuten nahm eine Dame gesetzteren Alters wohl allen Mut zusammen, stellte sich auf die Zehenspitzen und grölte über die Köpfe der anderen Wartenden in meine Richtung. „Dauert´s noch lange?“, greinte sie mit schnarrender Stimme. Der Startschuss war gefallen. Jetzt fielen auch den anderen mit äußerst intelligenten Bemerkungen über mich her und aus dem leisen Gemurmel wurden ein tosendes Geraune. „Ich hab nicht ewig Zeit....“ und „Toll, immer hab ich die A...karte.“, waren nur die harmlosesten Äußerungen. Ich drehte mich um, überlegte kurz, ob ich den Wartenden etwas von der Sternfahrt und deren Sinn erzählen sollte, verwarf diesen Gedanken aber, nachdem ich in der wartenden Schlange die „grauhaarige Dauerwelle“ vom Parkplatz entdeckt hatte, der ich kurz zuvor den einzigen noch freien Parkplatz vor der Nase weggeschnappt hatte.

„Das wäre dann alles....“, sagte die Angestellte freundlich, übergab mir die letzten Ausdrucke und beendete somit diese äußerst unangenehme Situation. Im Vorbeigehen an der Schlange kassierte ich noch ein paar giftige Blicke und eine Breitseite der Kassiererin, dass das nächste Mal ein Zeitpunkt für einen Copyjob außerhalb der Stoßzeiten wohl sinnvoller sei.

Die weiteren Vorbereitungen zur Messe verliefen dann wie immer. Checkliste abarbeiten, diversen Kleinkram wie Reißzwecken, Kabelbinder, Draht, Klebeband und Nägel besorgen und erst einmal Accessoires, Kundenstopper, Bilderwände, Staubsauger, Teppich, Flyerkartons, Zeitungen und Trennwände im Wohnzimmer zur besseren Übersicht aufstapeln. Beim Auftürmen wurde natürlich akkurat darauf geachtet, dass die Körbe und Kartons eine Blickschneise zum Fernseher freiließen und dass der PC noch atmen konnte. Nachdem alles beisammen war, schätzten wir das Volumen. Nicht nach mathematischer Formel, sondern nach Golfs...und das waren in etwa 2½.

 

 

 

 


 

Dann kam der Tag des Aufbaus und somit unendliche Varianten der Befüllung eines Autoinnenraumes. Nachdem die Position des Fahrersitzes auf die erste Arretierung von vorne verschoben wurde, die Lehne eher einen nach vorne geneigte Winkel zeigte und jede noch so kleine Nische im Heck mit Sachen vollgestopft wurde, machte wir uns mit „nur“ 2 Wagen auf den Weg. Zwar drückte das Lenkrad leicht am Kehlkopf und der Schaltknüppel konnte nur nach Gefühl bedient werden, da er nicht mehr sichtbar war, trotzdem erreichten wir nach 50 Km heil das Messegelände.

Der Aufbau verlief dann relativ schnell. Zum Glück hatten wir vorher schon einmal alles zur Probe aufgestellt und wussten wie es funktioniert. Auch der alte Tapeziertisch mit der schwarzen Stoffbespannung machte sich gut. Zu guter Letzt mussten jetzt noch die neuen BU-Fahnen mit den 3 Logos in 4 Meter Höhe an die Wand gebracht werden. Alles kein Problem...dank Hoëckers Leichtigkeit, einer alter Holzleiter und etlichen Nägel und Kabelbindern. Gegen 18.00 Uhr waren wir fertig und fast rundum zufrieden. Nur unser Standnachbar (Dach- und Wandisolierungen) machte uns etwas nachdenklich...wir überlegten, ob sich dies vielleicht negativ auf die Besucherzahlen unseres Standes auswirken könnte. Zum Glück bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen aber nicht.

Am nächsten Tag waren wir bereits um 9.15 Uhr vor Ort. Schnell noch die Shirts und Caps aufhängen, die Patches auslegen und jede Menge Kaffee kochen.

9.45 Uhr:
Fertig! Jetzt erst einmal einen Schluck des braunen Belebungsgetränkes...

9.57 Uhr:
...noch ein letzter Blick auf den Stand, hier noch ein wenig zuppeln, da noch die Flyer um 5° nach rechts drehen...

9.58 Uhr:
Wir hören ein lautes Bersten von Holz, ein 3-stimmiges „Huch“ und als Ergebnis erblicken wir den zusammengebrochenen Tapeziertisch. Zeitgleich ertönt die Durchsage: „Herzlich Willkommen zum 16. Motorrad-Weihnachtsmarkt in Neumünster...“ und die Besuchermassen ergießen sich in die Hallen.

Während wir damit beschäftigt sind, den mittig aufgetürmten Schotterhaufen aus kaffeedurchnässten Flyern, Isolierkanne, Dosenmilch, Zuckerwürfeln und Plastikbechern artgerecht zu trennen und zu entsorgen, erreichen uns die ersten Besucher. Schnell füllt sich der Platz vor unserem Stand mit Schaulustigen und ich überlege kurz, ob wir Eintritt für diese Actioneinlage nehmen sollten. Einige scheinen zu glauben, dass dies wohl eine Art Showact ist und fragen nach, was wir denn wohl verkaufen würden. Während Axel, Hoëcker und ich wie wild rotieren, ruft ein Kind: „Guck mal Mama, der Tisch ist kaputt...“

Ruhig, Bine.....,gaaaaanz ruhig.....!!!!

Das sind die Momente, wo man am liebsten auf der andere Seite des Geschehens stehen möchte. Auf jeden Fall konnten wir aber die Situation professionell retten und zeitgleich auch noch nebenbei ein paar Flyer für Hibu und die Sternfahrt verteilen.

Als Schwerpunkthema unserer vielfältigen BU-Aktivitäten hatten wir dieses Mal die Sternfahrt ausgewählt und mit dem Vorab-Plakat im Kundenstopper und dem nebenbei laufenden Sternfahrtvideo auch für jede Menge Aufmerksamkeit gesorgt. Wir haben viele gute Gespräche geführt, konnten einige für die BU begeistern und haben unzählige Flyer für die Saisoneröffnung in Hildburghausen und für die Sternfahrt unter die Leute bringen können. Unterm Strich gesehen war´s zwar anstrengend, hat aber wieder mal sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns jetzt schon auf´s nächstes Jahr.

Danke noch mal an Tanny, Hoëcker und Axel für eure unverzichtbare Unterstützung.

Bine
BU-Stammtisch Plöner See