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Höxter in NRW ist der „motorradfreundliche Kreis 2014“

Preisverleihung anlässlich des 16. Hambacher Bikerfestes in Neustadt a. d. Weinstraße

Bereits zum sechzehnten Mal trafen sich Biker aus ganz Deutschland und Gäste aus der Region unter dem Motto „Für Verkehrssicherheit – Gegen Diskriminierung“ zum Hambacher Bikerfest, das vom 1. bis 3. August 2014 rund um das historisch bedeutsame Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße gefeiert wurde. Mehrere hundert Teilnehmer folgten dem Ruf der MID – Motorrad Initiative Deutschland e.V., um gegen die Sperrung von Straßen nur für Motorradfahrer zu demonstrieren.

Höhepunkt der Festveranstaltung war auch in diesem Jahr die Verleihung des Preises „Die motorradfreundliche Stadt in Deutschland“. Erstmals wurde nicht eine Stadt, sondern ein ganzer Landkreis, der Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen, als motorradfahrerfreundlich ausgezeichnet. Alle zehn Städte des Kreises vermarkten sich seit 2005 gemeinsam als „Bikerregion Kulturland Kreis Höxter“ mit ihrem touristischen Angebot speziell für Motorradfahrer. In einem eigenen Bereich der Homepage stehen zudem 11 Tourenvorschläge inklusive Kartenmaterial und den zugehörigen Daten für Navigationssysteme zur Verfügung.

Auch die Sicherheit für motorisierte Zweiradfahrer ist dem Kreis ein wichtiges Anliegen. Zusammen mit der Kreispolizeibehörde wird zu Saisonbeginn unter dem Motto „Alle kommen an, keiner kommt um“ ein Motorradaktionstag durchgeführt, bei dem neben geführten Ausfahrten Brems- und Kurventrainings, Seh- und Reaktionstests, Vorführungen über Sofortmaßnahmen am Unfallort sowie in diesem Jahr erstmals ein Sturztraining angeboten werden. Infostände zur Verkehrssicherheit runden das Programm ab. Der Kreis ist auch im Bereich motorradfreundlicher Straßeninfrastruktur aktiv. So wurden an kritischen Stellen auf Kreisstraßen ein zusätzlicher Unterfahrschutz montiert, nicht erforderliche Schutzplanken entfernt und eine Schutzplanke durch einen Erdwall ersetzt.

Die Urkunde wurde von den beiden Vorsitzenden der MID, Rolf „Hilton“ Frieling und Hans Kaiser, an Katja Krajewski von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter übergeben. „Wir als Interessenvertretungen wollen nicht nur Forderungen an die Politik und die Behörden stellen. Mit unserer Preisverleihung wollen wir ein positives Signal setzen und zur Nachahmung anregen“ sagte Frieling im Anschluß an die Veranstaltung. „Motorisierte Zwei- und Dreiräder sind umwelt- und ressourcenschonende Fahrzeuge, die nicht nur dem Freizeitvergnügen dienen. Sie können die Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs sinnvoll ergänzen und sind damit ein wichtiges Mittel zur Sicherstellung bezahlbarer Mobilität.“

Motorradfreundlicher Kreis Hoexter

Von links nach rechts: Hans Kaiser (MID), Katja Krajewski (Kreis Höxter), Rolf „Hilton“ Frieling (MID)

 „Zehn Städte und Gemeinden, von Eckernförde bis Garmisch, tragen diesen in Europa bis heute einmaligen Titel“, ergänzte Kaiser. „2004 wurde zudem eine Behörde, die Niederlassung Euskirchen des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen, als besonders motorradfahrerfreundlich ausgezeichnet. Dort wurde unter anderem der „Unterfahrschutz Modell Euskirchen“ entwickelt. Nun konnten wir erstmals auch einen Landkreis auszeichnen“.

Kern des Hambacher Bikerfestes sind die beiden Festvorträge, in denen aktuelle Entwicklungen mit Bezug zum motorisierten Zwei- und Dreirad vorgestellt werden. Externer Referent war in diesem Jahr Willi Donath von der „Arbeitsgruppe Hessen Mobil für Biker“, die sich als bereichsübergreifende Anlaufstelle innerhalb der Straßenbauverwaltung des Landes um Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit kümmert. Im Festvortrag der MID wies Rolf „Hilton“ Frieling auf weitere, positive Entwicklungen in Bezug auf die Verkehrssicherheit hin. Er machte aber auch deutlich, das dabei noch viel zu tun bleibt.

Streckensperrungen für Motorradfahrer, wie im Elmsteiner Tal mit hohen Unfallzahlen begründet, erteilte Frieling eine klare Absage. Denn die lösen vorhandene Probleme nicht, sondern verlagern sie nur auf benachbarte Straßen. „Statt mit gro­ßer Inbrunst und seit vielen Jahren dem heiligen St. Florian zu huldigen, sollte man es im Elmsteiner Tal endlich mal mit der Er­probung intelligenter Lösungen versuchen"“ so Frieling. „Das notwendige Instrumentarium wird im „Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken“ (MVMot) der Straßenbauer, an dessen Entwicklung wir maßgeblich beteiligt waren, beschrieben und ist bereits an vielen Stellen in Deutschland erfolgreich eingesetzt worden.“

Zum Rahmenprogramm der Festveranstaltung gehörte auch in diesem Jahr die Motorradsegnung auf dem Schloßplatz, dieses Mal durch den Hambacher Pfarrer Ludger Mandelbaum. Im Anschluß startete die traditionelle Motorraddemo durch das am Wochenende für Motorradfahrer gesperrte Elmsteiner Tal, zu der sich ca. 200 Motorräder, Roller, Trikes und Gespanne aller Marken und Klassen aufmachten. Die ca. 1 ½-stündige Demo führte zum Sportplatz „Am Köpfchen“ in Frankenstein, wo über das gesamte Wochenende eine zünftige Biker-Party mit allem, was dazu gehört, stattfand. Denn neben dem ernsten, politischen Hintergrund des Hambacher Bikerfestes soll der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen.

 

NewsDatum: 
05.08.2014

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