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Selbstverständnis der BU

(Beschluss der außerordentlichen Mitgliederversammlung der BU vom 02.10.1999)

Die BU, im Jahr 1986 als „Dachverband der Motorrad-Rocker Deutschlands“ gegründet, hat in den letzten Jahren eine starke Veränderung in der Mitgliederstruktur erfahren. Waren zu Anfang die freien Biker gegenüber den Clubs in der absoluten Minderheit, gibt es heute nur noch wenige MCs, die als Club Mitglied in der BU sind. Club-Member sind aber nach wie vor als Einzelpersonen Mitglied in der BU.

Die meisten BU-Mitglieder sind heute als freie Biker unterwegs. Die BU „firmierte“ in den letzten Jahren als „Interessenvertretung der Biker und Motorradfahrer“ und ist mit derzeit etwa 4.000 Mitgliedern die mit Abstand größte Interessenvertretung für Motorradfahrer in Deutschland. Etwa 20 % unserer Mitglieder sind Frauen.

Gründe für diese Verschiebung in den Mitgliederstrukturen gibt es sicher viele. Neben der Reaktion auf die „hausgemachten“ Probleme in der BU spiegeln sich darin ganz wesentlich die allgemeinen Veränderungen in der Szene, aber auch in der sonstigen Gesellschaft wieder.

Die großen Clubs sind in den letzten Jahren immer größer geworden und machen weitgehend ihr eigenes Ding. Die mittleren und kleineren Clubs suchen noch ihre Nische bzw. haben sich darin mehr oder weniger häuslich eingerichtet. Man trifft sich zwar auf den großen Veranstaltungen der Szene, hat aber ansonsten wenig miteinander zu tun.

Parallel zur allgemeinen Entsolidarisierung und der weit verbreiteten Politikverdrossenheit in der Bevölkerung ist das Thema Interessenvertretung in der Szene deutlich in den Hintergrund gerückt. Man schimpft zwar am Tresen über den zunehmenden Druck von innen und von außen, ist aber nicht (mehr ?) bereit, sich selbst zu engagieren. Trotz bzw. das Gefühl von Ohnmacht sind die vorherrschenden Reaktionen.

Wir von der BU können dieser allgemeinen Stimmungslage allenfalls langfristig entgegenwirken. Die Ergebnisse der Euro Demo in 1998, der BU-Sternfahrt in 1997 und sonstigen politischen Aktionen sprechen da eine deutliche Sprache. Trotzdem wollen wir in den nächsten Jahren versuchen, die Bande zwischen BU und Club-Szene wieder etwas enger werden zu lassen und die Szene in die politische Arbeit mit einzubeziehen. Das geht sicher nicht von heute auf morgen. Aber einen Versuch ist es wert.

Nach außen hin wollen wir diesen Versuch dadurch dokumentieren, daß wir den Begriff „Rocker“ wieder in die allgemeine Sprachregelung einführen. Seit der Mitglieder-versammlung im Mai 1999 trägt die BU wieder die Bezeichnung „Die Interessenvertretung der Biker, Rocker und Motorradfahrer“.

Wir wollen auch weiterhin versuchen, politische Aktionen, die Vertretung der Biker-Interessen in der Politik und in den verschiedensten Gremien sowie den Spaß am Fahren und am Feiern miteinander zu verbinden. Wir sind auch in der Zukunft parteipolitisch unabhängig und überparteilich aktiv.

Die individuelle Freiheit des Lebensstils ist für uns die wesentliche Grundlage unserer Tätigkeit als Interessenvertretung. Dabei endet nach unserem Selbstverständnis die eigene Freiheit da, wo die Freiheit des anderen beginnt.

Neben den allgemeinen motorradpolitischen Themen wie „Bitumenpfuscherei auf Deutschlands Straßen“, „Leitplankenprotektoren“, „Altfahrzeugverordnung“, „Tragezwang für Protektorenkombis“, „Straßensperrungen nur für Motorräder“ usw. werden wir verstärkt Themen bearbeiten, die typisch für unsere Szene sind. Dazu gehört vor allem die Arbeit gegen Behördenwillkür bei Fahrzeugkontrollen, für die Vereinfachung der TÜV-Vorschriften in Deutschland und gegen die erneut zunehmende Diskriminierung der Szene. Darüber hinaus wollen wir uns den Clubs, aber auch den freien Bikern als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen anbieten und entsprechende Serviceangebote entwickeln. Ob die Clubs dieses Angebot annehmen, wird die Zukunft zeigen.

Konkret heruntergebrochen auf die aktuelle Situation ergeben sich in daraus folgende Ziele und Angebote der BU.

Die BU ist gegen:

  • unverhältnismäßige Aktionen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegenüber Clubs und Einzelpersonen der Szene
  • die Kriminalisierung von Clubs und Einzelpersonen der Szene ohne ausreichende Ver-dachtsmomente
  • Willkürmaßnahmen bei Verkehrskontrollen
  • die weitere Verschärfung der Lärmgrenzwerte für Kraftfahrzeuge
  • die kontraproduktive Einbeziehung von Bikes, Gespannen und Trikes in die Recycling-verordnung für Kraftfahrzeuge
  • die Diskriminierung von Bikes, Gespannen und Trikes in der Steuergesetzgebung
  • eine marktwirtschaftlich unsinnige Beschränkung von Parallelimporten bei Kraftfahrzeugen
  • den unsachgemäßen Einsatz von Bitumen im Straßenbau
  • den unsachgemäßen Einsatz von Leitplanken im Straßenbau
  • die einseitige Sperrung von Straßen für motorisierte Zweiradfahrer
  • den Tragezwang für Schutzkleidung für motorisierte Zweiradfahrer.

Die BU ist für:

  • die Vereinfachung der Zulassungsvorschriften für Kraftfahrzeuge
  • die Einführung von Wechselkennzeichen für Kraftfahrzeuge
  • die Reduzierung der Gefahr für motorisierte Zweiradfahrer durch die Ummantelung der Leitplankenpfosten an gefährlichen Stellen
  • die Schaffung von ausreichendem Parkraum für motorisierte Zweiräder in den Städten und Gemeinden
  • die Benutzung der Busspuren durch motorisierte Zweiradfahrer in den Städten und Gemeinden
  • das vorsichtige Vorbeifahren an stehenden bzw. langsam rollenden PKW-Kolonnen durch motorisierte Zweiradfahrer auch außerhalb geschlossener Ortschaften.

Die BU bietet an:

  • eine Anlaufstelle für Ratsuchende bei Fragen zur Szene
  • Informationen zu rechtlichen Fragen im Betätigungsfeld der BU
  • die Moderation bei Clubstreitigkeiten (wenn alle Beteiligte zustimmen)
  • den freien Eintritt bei allen BU-Veranstaltungen für BU-Mitglieder.

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