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Streckensperrung Haltern

Wie alles begann:

Artikel aus den "Ruhr-Nachrichten" vom 16.08.2004 von Marina Oeldemann:
Straßensperrung: Rote Karte für heiße Öfen - Schutz vor risikofreudigen Motorradfahrern
HalternHaltern. Wenn die Risikobereitschaft bestimmter Verkehrsteilnehmer andere gefährdet, dann kann Verwaltung auch kreativ werden. So wie in Haltern: Dort ist seit Freitag die Westruper Straße, die Verbindung zwischen Haltern und Olfen, für Motorräder gesperrt. Anwohner und Ausflügler sollen so vor Rasern geschützt werden. Denn es gibt weder Radwege noch Seitenstreifen, die Schutz bieten.
Besagte Kreuzung gestern Mittag: Ein Motorradfahrer setzt den Blinker, legt sich in die Kurve und gibt Gas. Mit laut aufheulendem Motor donnert er am Verbotsschild vorbei und rast durch die 50-er Zone. Der Verkehrsrowdy hat nicht nur das Tempolimit überschritten, sonder gleichzeitig das Verbotsschild am Straßeneingang missachtet.
Das gute Wetter lockte an diesem Wochenende wieder Motorradfahrer aus dem gesamten Ruhrgebiet zu einer Tour, und der gerade beobachtete Fahrer bleibt keine Ausnahme.
Die Ausbeute nach zehn Minuten Wartezeit an der gesperrten Straße: Acht Motorräder passieren das Verbotsschild - ungestraft. "Vielleicht haben sie das Schild nicht gesehen", nimmt Eisverkäuferin Sina Ferraro ihre Kunden in Schutz.
Doch die verärgerten Gesichter und das Kopfschütteln der Fahrer beim Blick auf das Schild sprechen eine andere Sprache. "Mir ist manchmal Angst und Bange, wenn die Motorradfahrer hier entlang jagen", sagt Anwohnerin Claudia Uphues. Die Mutter dreier Kinder begrüßt die Sperrung der Straße für Motorradfahrer. Doch ihre Kinder müssen auch weiterhin ohne Radweg auf der kurvenreichen Straße zum Sport und zur Schule fahren. Die Sperrung stellt für sie nur eine Notlösung dar.
Am Motorradtreff am Halterner Stausee stößt die Sperrung auf geteilte Meinungen. Der Gladbecker Berufskraftfahrer und Hobbybiker Erich Alfred Hann hat dafür kein Verständnis: "Damit steckt man uns in einen Sack mit den schwarzen Schafen", glaubt er. Reiner Kuska aus Castrop-Rauxel stört die Sperrung dagegen reichlich wenig: "Dann fahr ich halt woanders her."


Die Reaktion der Biker Union e.V.

Aufhebung der Streckensperrung

Westruper Straße (K26) bei Haltern (BU/mtb) Nachdem die Biker Union e.V. im August 2004 von dem Motorradfahrverbot an Sonn- und Feiertagen auf der Westruper Straße (K 26) bei Haltern erfahren hat, liefen natürlich sofort alle Bemühungen an, diese wieder aufzuheben. Als erstes wollten wir natürlich den Grund für die Sperrung erfahren.

Originalton eines Anwohners: Unsere Kinder können jetzt wieder sicher zur Schule gehen. Wir dachten uns bei dieser Antwort: Guter Scherz bei einer Sperrung, die nur für Samstag, Sonntag und Feiertags gilt. Also ging es erst einmal weiter: ermitteln, wer ist zuständig. Einige Telefonate später waren wir etwas verwirrt. Der Kreis Coesfeld hatte die Sperrung in der Zwischenzeit auf dem in seinem Teilbereich liegenden Stück der Straße wieder aufgehoben.

Da wir am Telefon weder von der Stadt Haltern noch vom Kreis Recklinghausen zufriedenstellende Antworten bekommen hatten, blieb uns nun nur noch der Weg der schriftlichen Anfrage. Also: ran an den PC und die Anfragen getippt. Warum ? Mit welcher Begründung etc. wurde die Strecke für Motorradfahrer gesperrt ? Diese Anfrage ging per Post an die Stadt Haltern und den Kreis Recklinghausen. Von beiden bekamen wir volle acht Wochen keine Antworten. Daraufhin legten wir Widerspruch gegen die einseitige Streckensperrung ein. Auch dieser wurde in schon gewohnter Weise nicht beantwortet.

Weil die BU ja ständig in Motorradfragen mit Behördenvertretern zu tun hat, konnten wir einen so entstandenen Kontakt nutzen. In einem persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter der Landesverwaltung NRW brachten wir in Erfahrung: Es tut sich etwas! Aufgrund unserer Schreiben an die offiziellen Stellen und die anschließenden Widersprüche an den Kreis Recklinghausen und die Stadt Haltern hatte am 05.07.2005 eine Sitzung auf Kreisregierungsebene in Münster stattgefunden, in der die Streckensperrung K 26 Thema war.

Da uns das aber nicht ausreichte, beschlossen wir, den Druck auf die Politiker und Beamten zu erhöhen und meldeten am 25.09.05 eine Demo gegen diese Streckensperrung an. Daraufhin kam mächtig Bewegung in die Sache. Die zuständigen Behörden nahmen telefonisch Kontakt mit uns auf und zeigten sich sehr erstaunt darüber, dass wir sehr genau über ihre Besprechungsergebnisse Bescheid wussten und auch ihre Beschlusslage schon kannten. Und dass, obwohl sie uns keine Anfragen beantwortet hatten! Sie wurden nicht müde uns zuzusichern, die Streckensperrung noch vor dem Demo-Termin aufzuheben.

In dem kurzen Zeitraum vom 30.09.05 bis zum 18.10.05 jagte ein Telefonat das andere. Bei einem dieser Telefonate mit einer zuständigen Mitarbeiterin des Kreises Recklinghausen stellte sich folgendes heraus. Es war wohl nun auch der Behörde ziemlich peinlich, unsere Schreiben vom 30.03.2005 und unseren Widerspruch, versandt mit Einschreiben - Rückschein, eingegangen am 22.06.05, nicht beantwortet zu haben. Unser Widerspruchsschreiben wird heute noch in den Akten gesucht.

Auf Grund der vom Vorstand der BU angemeldeten Demonstration, die unter den Motto durchgeführt werden sollte:
gegen:
- die Diskriminierung von Bikern und Motorradfahrern
- Streckensperrungen nur für Motorradfahrer
für:
- die Beantwortung von Fragen und Anträgen, die den Behörden schon vor Monaten bekannt wurden
haben die zuständigen Behörden alle notwendigen Beschlüsse gefasst, endlich das umzusetzen, was sie eigentlich am 05.07.2005 schon beschlossen hatten, nämlich diese Sperrung wieder aufzuheben. Dieses spielte sich, wie bereits erwähnt, alles im Zeitraum vom 30.09. bis zum 18.10.05 ab.

Am 18.10.05 nachmittags wurde dann die Beschilderung für die Streckensperrung für Motorradfahrer auf der K26 abgebaut. Wir hatten nach der schriftlichen Bestätigung der Demontage der Schilder die Demo wieder abgesagt. Wir konnten aber auf Grund der wenigen verbleibenden Tage nicht mehr garantieren, dass alle Biker/innen, die zur Demo kommen wollten, auch von der Absage erfuhren.

Also haben wir den Termin genutzt, beim "1 PS Motorradtreff" eine Pressekonferenz zu veranstalten. Im Anschluss daran fuhren wir mit den anwesenden ca. 200 Biker/innen über die Westruper Strasse (K26) zum Motorradtreff "Mutter Vogel", um uns darüber zu freuen, dass wir dieses kleine Stück Freiheit wieder zurückerobert haben.

Was uns immer noch fehlt, ist die Begründung, wieso es zu dieser Streckensperrung gekommen ist. Wir sind jedenfalls nicht bereit, uns mit einem nichtssagenden Satz: "Es gab 11 Unfälle mit Motorrädern im Zeitraum 2002 bis 2004" abspeisen zu lassen.

Wir wollen hier auch nicht vergessen, uns bei allen Aktiven zu bedanken, die unterstützend tätig geworden sind, um diese Aktion zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen !

 

Schriftverkehr: (zur besseren Lesbarkeit anklicken)

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